Von Horst SchinzelWenig erfolgreich waren bisher Bemühungen der Umweltorganisation WWF, im Zusammenwirken mit dem Verband der Kreuzfahrtreedereien Cruise Lines International Association deren Mitglieder dazu zu bewegen, Schiffsabwässer in den Häfen zu entsorgen oder an Bord ausreichend zu klären. Bislang haben sich von den rund zwanzig in der Ostsee auftretenden Kreuzfahrtreedereien nur die Unternehmen Peter Deilmann aus dem holsteinischen Neustadt, Aida Cruises aus Rostock und die norwegische Hurtigruten bereit erklärt, die vom WWF aufgestellten Standards einzuhalten. Besser sieht es mit den im „Europäischen Mittelmeer“ vertretenen Fährgesellschaften aus. Fast alle haben die Selbstverpflichtung unterschrieben.
Der Dachverband macht geltend, dass die Entsorgungseinrichtungen in den Häfen und die der Schiffe harmonisiert werden müssten. Das hält der WWF für eine fadenscheinige Ausrede. So sind bei den beiden Liegeplätzen am neuen Kieler Ostseekai ausreichende Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden. Nach Angaben des Seehafen Kiel hat jedoch bei den 114 Anläufen des vorigen Jahres nicht ein Schiff davon Gebrauch gemacht.
Durch die Abwässer der Kreuzfahrtschiffe gelangen nach Auffassung des WWF bis zu 113 Tonnen
Stickstoff und bis zu 38 Tonnen Phosphor in die ohne überdüngte Ostsee.