Umschulungen nur für junge Leute?

Umschulungen sind ja wirklich eine tolle Idee, aber so manche willige Umschüler werden auf die übelste Weise diskriminiert. Häufig trifft es da die älteren Interessierten für Umschulungen.
Zuerst muss geklärt werden, was „älter“ in diesem Fall bedeutet. Bei den einen fängt das Alter ja schon relativ früh an. Wenn man selbst zurückblickt, waren Dreißigjährige doch schon steinalt und hatten da schon keine Ahnung mehr. Na und Fünfzigjährige zählten schon zu den Mumien.

Spaß beiseite. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man in diesem Zusammenhang darüber tatsächlich lachen. Gerade im Hinblick darauf, dass zukünftig bis zum Alter von 67 Jahren gearbeitet werden soll, fragt man sich nach dem Sinn. Denn es wird doch schon manchmal einem 45jährigen nicht mehr die Chance gegeben, seinen Beruf weiter auszuführen.

Aus Kostengründen! Jahrelange Erfahrungen und Loyalität zählen da keinen Fliegenpilz mehr. Aber auch der Staat oder insbesondere die Arbeitsagentur für Arbeit leistet da ganze Arbeit. Da wird doch tatsächlich überlegt, ob sich Umschulungsmaßnahmen für 55jährige lohnen. Wohl gemerkt, angedachter Renteneintritt 67 Jahre.

Das ist genauso, wenn Oma mit 70 Jahren sagt: „Einen neuen Staubsauger kaufe ich nicht. Das lohnt sich doch nicht mehr.“ Also, gleich rein in die Kiste, oder?

Umschulungen sind nur durchführbar und förderungswürdig, wenn der öffentlich Träger es für angemessen und verhältnismäßig ansieht.

Der Fall: ein 55jähriger beantragt eine Umschulung zum Lehrer. Dank PISA wissen wir inzwischen, dass gute Lehrer Mangelware sind. Eigentlich müsste man sich bei dem Herrn für diesen Entschluss bedanken. Sein Antrag wird abgelehnt, weil es ja möglich wäre, dass er die Regelung der Altersteilzeit in Anspruch nehmen könnte und deshalb wäre das Geld für die Umschulung „rausgeschmissenes Geld“. Der „ältere“ Herr hatte bis dahin fast 40 Jahre ununterbrochen gearbeitet und auch Steuern bezahlt.

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